Streulicht bei LED-Flutlicht: Was Vereine und Betreiber beachten sollten

Eine moderne LED-Flutlichtanlage soll den Sportplatz möglichst gleichmäßig und effizient beleuchten.

Genauso wichtig ist jedoch die Frage:

Wie viel Licht gelangt außerhalb der eigentlichen Sportfläche in die Umgebung?

Dieses unerwünschte Licht wird häufig als Streulicht bezeichnet.

Besonders bei Sportanlagen in der Nähe von Wohngebieten, Straßen oder angrenzenden Grundstücken kann eine sorgfältige Lichtplanung entscheidend sein. Denn eine schlecht ausgerichtete Flutlichtanlage kann zwar auf dem Spielfeld ausreichend hell sein, gleichzeitig aber unnötig Licht in die Umgebung abgeben.

Bei Sinus Solutions betrachten wir deshalb nicht nur die Beleuchtungsstärke auf dem Platz, sondern auch die Lichtverteilung außerhalb der eigentlichen Spielfläche.

Was ist Streulicht bei einer Flutlichtanlage?

Vereinfacht ausgedrückt ist Streulicht Licht, das dort ankommt, wo es eigentlich nicht benötigt wird.

Bei einer Sportanlage kann das beispielsweise Licht sein, das:

  • über die Spielfeldgrenzen hinaus abstrahlt,
  • auf benachbarte Grundstücke fällt,
  • Hausfassaden oder Fenster erreicht,
  • in Richtung Straßen oder Verkehrswege strahlt oder
  • unnötig in den Nachthimmel abgegeben wird.

Nicht jedes Licht außerhalb des Spielfelds lässt sich vollständig vermeiden.

Das Ziel einer guten Flutlichtplanung ist jedoch, die gewünschte Beleuchtung möglichst gezielt auf die tatsächlich benötigten Flächen zu konzentrieren.

Auch die Hinweise der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz zur Beurteilung von Lichtimmissionen empfehlen, unnötige Lichtabstrahlung zu vermeiden und Beleuchtung möglichst auf die benötigten Bereiche zu begrenzen.

Warum ist Streulicht bei Sportplätzen ein wichtiges Thema?

Bei einem abgelegenen Sportplatz kann die Situation völlig anders sein als bei einer Tennis- oder Fußballanlage mitten in einem Wohngebiet.

Befinden sich Wohnhäuser unmittelbar neben dem Sportgelände, können ungünstig ausgerichtete Strahler zu Beschwerden führen.

Typische Probleme sind beispielsweise:

  • helle Lichtanteile an Fenstern,
  • direkte Sicht auf stark leuchtende Strahler,
  • Beleuchtung angrenzender Grundstücke,
  • unnötige Aufhellung der Umgebung und
  • störende Blendwirkung.

Deshalb sollte bereits vor der Montage berücksichtigt werden, welche Umgebung die Sportanlage hat.

Eine nachträgliche Korrektur ist zwar häufig möglich, aber eine saubere Planung vor der Installation ist normalerweise deutlich sinnvoller.

Ist LED-Flutlicht automatisch besser gegen Streulicht?

Nicht automatisch.

LED-Technik bietet allerdings sehr gute Möglichkeiten zur gezielten Lichtlenkung.

Moderne LED-Sportstrahler können mit unterschiedlichen Optiken ausgestattet und präzise ausgerichtet werden.

Dadurch lässt sich das Licht wesentlich kontrollierter verteilen als bei manchen älteren Flutlichtsystemen.

Aber:

Auch ein hochwertiger LED-Strahler kann Streulicht verursachen, wenn Optik, Position oder Ausrichtung nicht zur Anlage passen.

Deshalb reicht es nicht, lediglich alte Strahler gegen LED-Leuchten auszutauschen.

Die gesamte Anlage muss betrachtet werden.

Welche Rolle spielen die Optiken der LED-Strahler?

Die Optik bestimmt wesentlich, wie ein Strahler sein Licht verteilt.

Je nach Anwendung können unterschiedliche Lichtverteilungen sinnvoll sein.

Ein Strahler an einem hohen Mast am Rand eines Fußballplatzes muss beispielsweise eine andere Fläche beleuchten als ein Strahler auf einem Tennisplatz mit deutlich kleineren Abmessungen.

Die Auswahl der passenden Optik kann dabei helfen:

  • das Licht gezielter auf die Sportfläche zu lenken,
  • unnötige Lichtanteile außerhalb des Platzes zu reduzieren,
  • die Gleichmäßigkeit zu verbessern und
  • mit möglichst wenig installierter Leistung das gewünschte Beleuchtungsniveau zu erreichen.

Deshalb betrachten wir Optik und Strahlerposition immer gemeinsam.

Warum die Ausrichtung der Strahler entscheidend ist

Selbst die passende Optik kann ihr Potenzial nur entfalten, wenn der Strahler korrekt ausgerichtet wird.

Eine zu starke Neigung nach oben kann beispielsweise dazu führen, dass mehr Licht in die Umgebung oder in den Nachthimmel gelangt.

Deshalb sollte die Ausrichtung nicht nach Augenmaß erfolgen.

Bei einer professionellen Planung werden die Strahlerpositionen und Ausrichtungswinkel vorab definiert.

Nach der Montage sollte überprüft werden, ob die geplante Ausrichtung tatsächlich umgesetzt wurde.

Die LAI-Hinweise betonen ebenfalls, dass direkt sichtbare Flutlichtquellen und deren Wirkung am Immissionsort bei der Beurteilung relevant sein können.

Welche Rolle spielen Mastposition und Masthöhe?

Streulicht beginnt nicht erst beim Strahler.

Auch die Position und Höhe der Flutlichtmasten haben einen großen Einfluss auf das Beleuchtungsergebnis.

Wichtige Faktoren sind beispielsweise:

  • Abstand zum Spielfeld,
  • Position entlang der Seitenlinien,
  • Anzahl der Masten,
  • Masthöhe,
  • mögliche Montagepositionen der Strahler und
  • Umgebung der Sportanlage.

Eine ungünstige Mastposition kann dazu führen, dass Strahler in sehr steilen oder ungünstigen Winkeln arbeiten müssen.

Eine passende Lichtpunkthöhe kann dagegen eine gezieltere Lichtverteilung ermöglichen.

Deshalb betrachten wir bei einer Sanierung bestehender Flutlichtanlagen immer auch die vorhandenen Mastpositionen.

Mehr dazu erklären wir in unserem Beitrag:

LED-Flutlicht umrüsten: Können vorhandene Flutlichtmasten weiterverwendet werden?

Was bedeutet Lichtimmission?

Während mit Streulicht allgemein unerwünschtes Licht außerhalb der Zielfläche gemeint ist, wird bei möglichen Auswirkungen auf die Umgebung häufig von Lichtimmissionen gesprochen.

Dabei geht es beispielsweise darum, welche Lichtwirkung an einem benachbarten Wohngebäude ankommt.

Die LAI hat hierzu Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen veröffentlicht. Diese behandeln unter anderem die Aufhellung von Räumen beziehungsweise Flächen und die Blendwirkung von Lichtquellen.

Für konkrete Projekte können zusätzlich örtliche Vorgaben, Genehmigungen oder Anforderungen der zuständigen Behörden relevant sein.

Deshalb sollte bei sensiblen Standorten frühzeitig geprüft werden, welche Rahmenbedingungen für die jeweilige Sportanlage gelten.

Welche Rolle spielt die DIN EN 12193?

Für die Beleuchtung von Sportstätten ist die DIN EN 12193 „Licht und Beleuchtung – Sportstättenbeleuchtung“ eine zentrale Norm.

Die derzeit bei DIN als aktuell geführte deutsche Ausgabe basiert auf EN 12193:2018 und erschien 2019. Gleichzeitig läuft seit Juni 2026 ein Revisionsprojekt für die Norm.

Die Norm behandelt Anforderungen an Sportstättenbeleuchtung, während Lichtimmissionen auf die Umgebung zusätzlich unter anderen Gesichtspunkten betrachtet werden müssen.

Deshalb reicht es nicht, nur zu fragen:

„Erfüllt der Platz die gewünschte Beleuchtungsstärke?“

Auch die Umgebung sollte Bestandteil der Planung sein.

Wie lässt sich Streulicht reduzieren?

Mehrere Maßnahmen können dazu beitragen.

Geeignete Optiken verwenden

Der Lichtkegel sollte zur Geometrie der Sportfläche passen.

Strahler präzise ausrichten

Die Leuchten sollten nicht weiter nach oben oder außen geneigt werden als notwendig.

Mastpositionen berücksichtigen

Günstige Positionen reduzieren extreme Abstrahlwinkel.

Lichtleistung bedarfsgerecht planen

Mehr Licht als benötigt verursacht nicht automatisch bessere Sportbedingungen.

Abschirmungen einsetzen

Je nach Strahler und Anlage können zusätzliche Blenden oder Abschirmungen sinnvoll sein.

Beleuchtung simulieren

Eine Lichtplanung ermöglicht es, problematische Lichtverteilungen bereits vor der Montage zu erkennen.

Lichtstufen nutzen

Für Training oder Freizeitbetrieb kann möglicherweise eine geringere Beleuchtungsstärke ausreichen als für bestimmte Wettkampfsituationen.

Dadurch können sowohl Energieverbrauch als auch unnötige Lichtemissionen reduziert werden.

Warum eine Lichtsimulation besonders bei Wohnbebauung sinnvoll ist

Befinden sich Wohnhäuser unmittelbar neben einer Sportanlage, sollte die Umgebung bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.

Eine Lichtsimulation kann zeigen:

  • wie sich das Licht auf dem Spielfeld verteilt,
  • welche Bereiche außerhalb des Platzes beleuchtet werden,
  • ob Strahler ungünstig ausgerichtet sind,
  • welche Optiken besser geeignet sind und
  • ob sich durch andere Ausrichtungen Verbesserungen erzielen lassen.

So können unterschiedliche Varianten miteinander verglichen werden, bevor die Anlage tatsächlich montiert wird.

Das reduziert das Risiko, nach Fertigstellung aufwendig nachbessern zu müssen.

Kann man eine bestehende Flutlichtanlage hinsichtlich Streulicht verbessern?

Oft ja.

Eine bestehende Anlage muss nicht zwangsläufig komplett ersetzt werden.

Je nach Ausgangssituation können Verbesserungen beispielsweise erreicht werden durch:

  • neue LED-Strahler mit passenderen Optiken,
  • veränderte Ausrichtung,
  • Austausch oder Anpassung von Traversen,
  • zusätzliche Abschirmungen,
  • veränderte Leistungsstufen oder
  • eine neue Lichtplanung.

Ob diese Maßnahmen ausreichen, hängt von der vorhandenen Anlage und der Umgebung ab.

Deshalb sollte zunächst analysiert werden, woher das störende Licht tatsächlich kommt.

Was sollten Vereine vor einer LED-Flutlicht-Umrüstung beachten?

Gerade wenn sich Nachbarn oder Wohngebäude in der Nähe befinden, sollte ein Verein nicht nur Angebote anhand von Preis und Wattzahl vergleichen.

Sinnvoll sind Fragen wie:

Gibt es eine Lichtsimulation?

Welche Optiken werden eingesetzt?

Wie werden die Strahler ausgerichtet?

Wird die Umgebung in der Planung berücksichtigt?

Können vorhandene Masten sinnvoll genutzt werden?

Gibt es unterschiedliche Beleuchtungsstufen?

Können problematische Lichtanteile abgeschirmt werden?

Ein Anbieter sollte also nicht nur erklären können, wie hell der Sportplatz wird.

Er sollte auch erklären können, wie das Licht dorthin gelangt und was außerhalb des Platzes passiert.

Streulicht und Energieverbrauch hängen zusammen

Licht, das unnötig außerhalb der Sportfläche landet, wurde trotzdem mit elektrischer Energie erzeugt.

Eine gute Lichtlenkung kann deshalb nicht nur Auswirkungen auf die Umgebung reduzieren, sondern auch zur Effizienz der Gesamtanlage beitragen.

Das Ziel lautet:

möglichst viel nutzbares Licht auf der Sportfläche bei möglichst wenig unnötiger Lichtabstrahlung außerhalb der Anlage.

Dabei müssen Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit, Blendung und Energieverbrauch gemeinsam betrachtet werden.

Ist möglichst wenig Streulicht immer das einzige Ziel?

Nein.

Eine Sportanlage muss selbstverständlich zunächst ausreichend und sicher beleuchtet werden.

Eine Planung, die zwar nahezu kein Licht außerhalb des Platzes erzeugt, aber Spieler große dunkle Bereiche auf dem Spielfeld haben, wäre wenig hilfreich.

Deshalb geht es um einen sinnvollen Ausgleich:

gute Sportbeleuchtung auf der Nutzfläche und gleichzeitig möglichst geringe unnötige Lichtabstrahlung in die Umgebung.

Genau deshalb sind Lichtplanung und Simulation so wichtig.

Fazit: Gute LED-Flutlichtplanung endet nicht an der Seitenlinie

Eine hochwertige LED-Flutlichtanlage zeichnet sich nicht allein durch hohe Lux-Werte aus.

Entscheidend ist, dass das Licht:

  • gleichmäßig auf der Sportfläche ankommt,
  • möglichst wenig blendet,
  • effizient erzeugt wird und
  • möglichst wenig unnötig in die Umgebung gelangt.

Moderne LED-Technik bietet dafür sehr gute Möglichkeiten.

Diese Vorteile entstehen jedoch erst durch das Zusammenspiel aus passenden Optiken, Mastpositionen, Ausrichtung, Lichtleistung und professioneller Lichtplanung.

Für uns zählt deshalb nicht nur, wie hell der Sportplatz wird, sondern auch, wo das Licht tatsächlich ankommt.

Sie planen eine neue LED-Flutlichtanlage oder möchten eine bestehende Anlage optimieren?

Gerade bei Sportanlagen in der Nähe von Wohnbebauung sollte die Lichtverteilung bereits vor der Umsetzung genau betrachtet werden.

Schicken Sie uns Informationen zu Ihrer Anlage, beispielsweise Sportart, Spielfeldgröße, Anzahl und Höhe der Flutlichtmasten sowie Fotos der Umgebung.

Auf dieser Grundlage können wir die Ausgangssituation betrachten und eine passende LED-Flutlichtlösung planen.

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