Welche Beleuchtungsstärke braucht eine Tennishalle?
Wer eine Tennishalle modernisieren oder auf LED-Beleuchtung umrüsten möchte, stößt schnell auf Angaben wie 300 Lux, 500 Lux oder 750 Lux.
Doch welche Beleuchtungsstärke braucht eine Tennishalle tatsächlich?
Die kurze Antwort lautet: Das hängt davon ab, wie die Halle genutzt wird.
Für Freizeit- und Trainingsbetrieb gelten andere Anforderungen als für eine Halle, in der regelmäßig höherklassige Wettkämpfe stattfinden. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Beleuchtungsstärke in Lux nur ein Teil einer guten Tennishallenbeleuchtung.
Mindestens genauso wichtig sind:
- die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung,
- eine möglichst geringe Blendung,
- die Lichtverteilung auf dem gesamten Spielfeld,
- die Positionierung der Leuchten und
- eine auf die Nutzung abgestimmte Gesamtanschlussleistung.
Eine Tennishalle mit einem hohen Lux-Wert ist deshalb nicht automatisch besser beleuchtet als eine Halle mit etwas geringerer, aber deutlich gleichmäßigerer Beleuchtung.
Was bedeutet Lux überhaupt?
Lux ist die Einheit für die Beleuchtungsstärke.
Vereinfacht ausgedrückt beschreibt der Lux-Wert, wie viel Licht auf einer bestimmten Fläche ankommt.
Bei einer Tennishalle wird die Beleuchtungsstärke an verschiedenen Messpunkten auf der Spielfläche betrachtet.
Dabei geht es nicht nur darum, an einem einzelnen Punkt möglichst viel Licht zu messen. Entscheidend ist vielmehr, wie sich das Licht über den gesamten Tennisplatz verteilt.
Genau deshalb reicht eine Aussage wie:
„Unsere Anlage erreicht 600 Lux“
für die Bewertung einer Tennishallenbeleuchtung allein nicht aus.
Wichtiger ist die Frage:
Wie gleichmäßig werden diese 600 Lux über den Platz verteilt?
Wie viele Lux sollte eine Tennishalle haben?
Die benötigte Beleuchtungsstärke hängt insbesondere von der Nutzung der Tennishalle ab.
Eine Halle, die überwiegend von Freizeitspielern und für normales Vereinstraining genutzt wird, benötigt in der Regel ein anderes Beleuchtungsniveau als eine Anlage, die für anspruchsvollen Wettkampf- oder Turnierbetrieb vorgesehen ist.
Bei der Planung sollte deshalb zunächst geklärt werden:
- Wird die Halle hauptsächlich für Freizeit- und Vereinssport genutzt?
- Findet regelmäßiges Mannschaftstraining statt?
- Werden Punktspiele oder Turniere ausgetragen?
- Gibt es besondere Anforderungen an den Wettkampfbetrieb?
- Soll die Beleuchtungsstärke später flexibel angepasst werden können?
Auf Grundlage dieser Anforderungen wird das gewünschte Beleuchtungsniveau festgelegt.
Die relevanten technischen Vorgaben und Normen für Sportstättenbeleuchtung sollten dabei bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden.
Unser Grundsatz lautet deshalb: Nicht möglichst viele Lux planen, sondern so viel Licht wie für die tatsächliche Nutzung sinnvoll ist – und dieses Licht möglichst gleichmäßig auf den Platz bringen.
Warum mehr Lux nicht automatisch besser sind
Bei der Auswahl einer LED-Beleuchtung wird häufig angenommen:
Mehr Lux = bessere Beleuchtung.
So einfach ist es jedoch nicht.
Eine sehr hohe Beleuchtungsstärke kann beispielsweise wenig bringen, wenn gleichzeitig:
- große Helligkeitsunterschiede auf dem Platz entstehen,
- Spieler durch die Leuchten geblendet werden,
- unnötig viel Licht außerhalb der relevanten Spielfläche landet oder
- eine deutlich höhere elektrische Leistung benötigt wird.
Eine gute Tennishallenbeleuchtung sollte deshalb nicht auf einen möglichst hohen Messwert optimiert werden.
Vielmehr sollte das Ziel sein, die gewünschte Beleuchtungsstärke mit guter Gleichmäßigkeit und möglichst effizientem Energieeinsatz zu erreichen.
Warum die Gleichmäßigkeit so wichtig ist
Gerade beim Tennis verändert sich der Blick des Spielers ständig.
Der Ball bewegt sich:
- schnell von einer Platzhälfte zur anderen,
- von helleren in möglicherweise dunklere Bereiche,
- häufig weit über Kopfhöhe und
- teilweise direkt vor den Leuchten entlang.
Starke Helligkeitsunterschiede können deshalb störend sein.
Wenn beispielsweise die Platzmitte sehr hell ist, die Grundlinie aber deutlich dunkler ausgeleuchtet wird, muss sich das Auge ständig an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen.
Eine gleichmäßige Tennishallenbeleuchtung sorgt dagegen dafür, dass Ball, Linien und Spielfeld in möglichst allen Bereichen vergleichbar gut wahrgenommen werden können.
Deshalb betrachten wir bei der Planung nicht nur den durchschnittlichen Lux-Wert, sondern insbesondere die Verteilung der Beleuchtungsstärke über die gesamte Spielfläche.
Welche Rolle spielt Blendung?
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Blendung.
Beim Tennis schaut der Spieler regelmäßig nach oben – beispielsweise beim Aufschlag, beim Smash oder bei einem hohen Lob.
Befindet sich in der Blickrichtung eine ungünstig positionierte oder stark blendende Lichtquelle, kann das die Wahrnehmung des Balls erheblich beeinträchtigen.
Deshalb ist die Positionierung der Leuchten genauso wichtig wie deren Leistung.
Bei einer professionellen Lichtplanung werden unter anderem berücksichtigt:
- Position der Strahler,
- Montagehöhe,
- Abstrahlcharakteristik,
- Ausrichtung der Leuchten und
- Hallengeometrie.
Die Frage lautet also nicht nur:
„Wie hell ist die Halle?“
Sondern ebenso:
„Wie kommt das Licht auf dem Platz und beim Spieler an?“
Warum eine Lichtsimulation vor der Montage sinnvoll ist
Bei Sinus Solutions legen wir die Anzahl und Positionierung der Sportstrahler nicht einfach anhand der Hallengröße fest.
Vor der Umsetzung wird die Tennishalle betrachtet und die geplante Beleuchtung simuliert.
Eine solche Lichtplanung ermöglicht es, bereits vor der Montage zu beurteilen:
- welche Beleuchtungsstärke voraussichtlich erreicht wird,
- wie gleichmäßig das Licht verteilt wird,
- wie viele Strahler benötigt werden,
- welche Positionen geeignet sind und
- welche Gesamtanschlussleistung die geplante Anlage hat.
Dadurch kann die Beleuchtung bereits in der Planungsphase optimiert werden.
Das ist aus unserer Sicht wesentlich sinnvoller, als zunächst Leuchten zu montieren und erst anschließend festzustellen, ob das Ergebnis auf dem Platz den Erwartungen entspricht.
Wie viele Strahler braucht ein Tennisplatz?
Die benötigte Anzahl hängt von Hallenkonstruktion, Montagehöhe, Strahlertyp, gewünschtem Beleuchtungsniveau und Lichtverteilung ab.
Bei vielen unserer Projekte kommen pro Tennisplatz etwa 18 individuell geplante LED-Sportstrahler zum Einsatz.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Tennishalle automatisch mit exakt 18 Strahlern ausgestattet werden sollte.
Eine andere Hallengeometrie oder ein anderes gewünschtes Beleuchtungsniveau kann eine abweichende Planung sinnvoll machen.
Deshalb werden Anzahl, Leistung und Position der Strahler für jede Halle individuell festgelegt.
Warum die Wattzahl der Strahler wenig über die Lichtqualität aussagt
Auch bei der elektrischen Leistung wird häufig zu stark auf die einzelne Leuchte geschaut.
Ein Strahler mit höherer Wattzahl ist nicht automatisch ineffizienter als eine LED-Röhre oder ein Panel mit geringerer Leistung.
Entscheidend ist, wie viele Leuchten insgesamt benötigt werden, um die gewünschte Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit zu erzielen.
Für den Betreiber ist deshalb die Gesamtanschlussleistung der kompletten Tennishallenbeleuchtung wesentlich aussagekräftiger als die Leistung einer einzelnen Leuchte.
Genau aus diesem Grund vergleichen wir Beleuchtungssysteme anhand des Ergebnisses auf dem Platz:
Lux + Gleichmäßigkeit + Lichtverteilung + Gesamtanschlussleistung
und nicht ausschließlich anhand der Wattzahl einzelner Produkte.
Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Beitrag:
LED-Röhre, LED-Panel oder Sportstrahler – welche Beleuchtung eignet sich für Tennishallen?
Kann eine höhere Beleuchtungsstärke trotzdem weniger Strom verbrauchen?
Ja.
Eine moderne und gut geplante LED-Anlage kann eine deutlich höhere Beleuchtungsstärke erreichen und gleichzeitig weniger elektrische Energie benötigen als eine ältere Beleuchtungsanlage.
Ein Beispiel aus unserer Praxis ist das Tenniscenter Südheide in Celle.
Dort wurden zwei Tennishallen mit insgesamt acht Tennisplätzen modernisiert.
Vor der Umrüstung lag die durchschnittliche Beleuchtungsstärke bei:
418 Lux
Nach der LED-Modernisierung wurden durchschnittlich:
668 Lux
erreicht.
Gleichzeitig konnte der Energiebedarf der Beleuchtung um rund:
78 %
reduziert werden.
Das Projekt zeigt sehr gut, warum Energieeffizienz nicht einfach bedeutet, weniger Licht zu erzeugen.
Eine zielgerichtete Lichtplanung kann vielmehr dazu führen, mehr nutzbares Licht auf dem Tennisplatz bereitzustellen und gleichzeitig die benötigte elektrische Leistung deutlich zu reduzieren
Sind unterschiedliche Beleuchtungsstufen sinnvoll?
Für viele Tennishallen kann eine abgestufte Beleuchtung sinnvoll sein.
Nicht bei jeder Nutzung wird jederzeit die maximal geplante Beleuchtungsstärke benötigt.
Denkbar sind beispielsweise unterschiedliche Lichtstufen für:
- Freizeitbetrieb,
- Training,
- Mannschaftsspiele oder
- Wettkampfbetrieb.
Auch einzelne Tennisplätze können je nach Anlage separat geschaltet werden.
Wenn beispielsweise nur ein Platz gebucht ist, muss dadurch nicht zwingend die gesamte Tennishalle mit voller Leistung beleuchtet werden.
Eine passende Lichtsteuerung kann deshalb zusätzlich zur effizienten LED-Technik dazu beitragen, den Energieverbrauch zu reduzieren.
Wie wird die Beleuchtungsstärke nach der Montage überprüft?
Eine Lichtsimulation zeigt bereits vor der Umsetzung, welche Werte mit der geplanten Anlage zu erwarten sind.
Entscheidend ist am Ende jedoch das tatsächlich erreichte Ergebnis.
Nach der Montage und Ausrichtung der Anlage kann deshalb eine Lichtmessung durchgeführt werden.
Dabei wird die Beleuchtungsstärke an definierten Punkten auf der Spielfläche gemessen.
So lässt sich nachvollziehen:
- welche durchschnittliche Beleuchtungsstärke erreicht wird,
- wie sich die Werte über das Spielfeld verteilen und
- ob die geplante Beleuchtung dem tatsächlichen Ergebnis entspricht.
Bei unseren Komplettlösungen gehört eine dokumentierte Abschlussmessung deshalb zum Projektablauf.
Worauf sollten Vereine bei Angeboten achten?
Wenn ein Verein mehrere Angebote für eine neue Tennishallenbeleuchtung vergleicht, sollte nicht ausschließlich nach einem Lux-Wert gefragt werden.
Wir empfehlen, mindestens folgende Punkte miteinander zu vergleichen:
Geplante Beleuchtungsstärke
Welche durchschnittlichen Lux-Werte sollen erreicht werden?
Gleichmäßigkeit
Wie gleichmäßig verteilt sich das Licht auf dem gesamten Spielfeld?
Gesamtanschlussleistung
Wie viel elektrische Leistung benötigt die komplette Anlage?
Anzahl und Position der Leuchten
Wie wird die geplante Lichtqualität erreicht?
Lichtsimulation
Gibt es vor der Montage eine nachvollziehbare Berechnung?
Blendung und Lichtverteilung
Wie wird verhindert, dass Licht an den falschen Stellen landet oder die Spieler unnötig beeinträchtigt?
Steuerung
Können einzelne Plätze oder Lichtstufen separat geschaltet werden?
Abschlussmessung
Werden die tatsächlichen Werte nach der Montage überprüft und dokumentiert?
Erst wenn diese Punkte berücksichtigt werden, lassen sich unterschiedliche Beleuchtungskonzepte sinnvoll miteinander vergleichen.
Fazit: Wie viel Lux braucht eine Tennishalle?
Es gibt nicht den einen Lux-Wert, der für jede Tennishalle gleichermaßen richtig ist.
Die benötigte Beleuchtungsstärke hängt von Nutzung, Spielniveau, Hallengeometrie und den Anforderungen des Betreibers ab.
Eine professionelle Tennishallenbeleuchtung sollte deshalb nicht nach dem Prinzip „so hell wie möglich“ geplant werden.
Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus:
- ausreichender Beleuchtungsstärke,
- guter Gleichmäßigkeit,
- möglichst geringer Blendung,
- sinnvoller Lichtverteilung und
- möglichst geringer Gesamtanschlussleistung.
Für uns zählt das Ergebnis auf dem Platz – nicht nur die Zahl auf dem Datenblatt.
Sie möchten wissen, welche Beleuchtung für Ihre Tennishalle sinnvoll ist?
Gerne betrachten wir Ihre bestehende Tennishalle und erstellen eine auf Ihre Nutzung abgestimmte Lichtplanung.
Dabei können wir bereits vor der Umsetzung simulieren, welche Beleuchtungsstärke und Gleichmäßigkeit mit der geplanten Anlage erreicht werden.
